Stepstone-Projekt – Gemeinsam Lebensräume schaffen

Schon lange wollte ich euch von unserem Stepstone-Projekt erzählen.

Aber was ist eigentlich ein Stepstone? Der Begriff kommt aus dem Naturschutz und bedeutet so viel wie Trittsteinbiotop: Kleine Lebensräume, die wie Trittsteine in der Landschaft liegen und Pflanzen und Tieren helfen, sich auszubreiten und verschiedene Lebensräume miteinander zu verbinden.

Seit dem Winter 2024 kümmert sich eine kleine Gruppe aus unserer Eigentümergemeinschaft – mit Zustimmung aller Eigentümer – um eine Wiese. Bis dahin wurde sie viermal im Jahr für rund 1.600 € gemäht. Alles war ordentlich, aber die Fläche war nahezu leblos.

Nach und nach werde ich Einblicke in die Entwicklung geben, von den ersten Schritten bis zu den bisherigen Fortschritten.

Für mich steht schon jetzt fest: Es lohnt sich. Nicht nur für die Artenvielfalt, sondern auch, weil es mit den richtigen Menschen einfach Freude macht, gemeinsam etwas zu bewegen. 

Winter 2024 – Der Anfang

Bevor wir etwas verändert haben, wollten wir erst einmal verstehen, was bereits da ist.

Deshalb haben wir den vorhandenen Pflanzenbestand erfasst, Gehölze und Sträucher behutsam zurückgeschnitten und den Grundstein für die weitere Entwicklung gelegt. Anschließend haben wir die ersten heimischen Gehölze gepflanzt.

Es waren keine spektakulären Arbeiten – eher die ruhigen ersten Schritte. Aber genau sie sind die Grundlage für alles, was sich in den folgenden Monaten entwickeln konnte. 

2025 Jetzt nimmt das Projekt Fahrt auf

Mit dem Frühjahr 2025 ging es richtig los. Gemeinsam pflanzten wir verschiedene Obstbäume, Ginster, Wildrosen und heimische Wildstauden. Außerdem säten wir Wildblumen aus, legten eine Benjeshecke als natürliche Einfassung der Wiese an und schichteten einen Laubhaufen auf – als Unterschlupf für Igel und viele andere kleine Bewohner.

Schon im ersten Jahr konnten wir deutlich mehr Insekten beobachten. Das motivierte uns, weiterzumachen.

Inzwischen hat sich eine schöne Routine entwickelt: Einmal im Monat treffen wir uns auf der Wiese. Dann kommt alles in die Erde, was unsere Gartenexpertin für das Projekt organisiert hat. Gleichzeitig kümmern wir uns um die Pflege. Gras wird dort entfernt, wo es nicht hingehört, und durch gezieltes Mähen sowie das Abräumen des Schnittguts entziehen wir der Fläche nach und nach Nährstoffe. So schaffen wir die Voraussetzungen für eine artenreiche Wildblumenwiese.

Die gemeinsame Arbeit macht einfach Spaß. Und fast genauso wichtig wie das Pflanzen selbst ist die Zeit danach: Bei einem kühlen Getränk oder einer Tasse Kaffee lassen wir den Arbeitseinsatz ausklingen und tauschen uns aus.

Wenn größere Pflanzaktionen anstehen oder längere Trockenperioden herrschen, treffen wir uns auch spontan zum Gießen. Unser Ziel ist jedoch klar: Die Wiese soll sich langfristig zu einem stabilen, weitgehend sich selbst erhaltenden Lebensraum entwickeln – mit möglichst wenig Eingriffen von uns.

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