Bilder einer Ausstellung

  • Bilder einer Ausstellung

    Ich freue mich, dass ihr euch in meine virtuelle Ausstellung verirrt habt. Zwischen diesen Bildern findet ihr Spuren, Gedanken und kleine Erklärungen zu jedem Werk. Wer tiefer eintauchen möchte, ist herzlich zur Finissage am 20.02.2026 um 18.00 Uhr eingeladen.

    Das Selfie entsteht an einer Fensterscheibe. Die Katze sitzt dahinter, ich stehe davor. Glas trennt uns  und verbindet zugleich. In der Spiegelung verschwimmen Innen und Außen, Tier und Mensch. Irgendwo in diesem Dazwischen begegnen wir uns.

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    Dragonfly

    Hier malt das Motiv selbst das Bild. Die Libellen flogen immer wieder über den See, und neben den Tieren fand ich auch die Strukturen des Wassers unglaublich spannend. Ich habe auch hier sehr viele Bilder gemacht, und jedes einzelne ist ganz anders. Je nach Lichteinfall, Wellen und Position wirken die Aufnahmen so unterschiedlich, dass man kaum glauben würde, sie seien nahezu zur selben Zeit am selben Ort entstanden.

    Um diese schnellen Libellen zu fotografieren, muss man sich teilweise von automatischen Funktionen verabschieden und manuelle Einstellungen vornehmen. Man beobachtet zunächst die Runden, die die Libellen immer wieder fliegen, und stellt den Fokus manuell auf den Bereich ein, den sie regelmäßig kreuzen. Die Blende habe ich geschlossen, um eine möglichst große Tiefenschärfe zu erreichen, damit die Libelle in einem größeren Schärfebereich unterwegs ist. Anschließend wählt man eine ausreichend kurze Verschlusszeit.

    Nun bleibt nur noch die ISO als variable Größe – allerdings auch nicht grenzenlos. Bei geschlossener Blende und schneller Verschlusszeit steigt die notwendige Empfindlichkeit deutlich an, was oft zu Qualitätsverlusten führt. Starkes Bildrauschen kommt hinzu, das man aber zum Glück heute dank moderner Bildbearbeitung gut reduzieren kann. Dadurch wird es möglich, beeindruckende Aufnahmen zu machen, die mit analogen Kameras früher undenkbar gewesen wären.

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    Blende F22, Belichtungszeit 1/1600s, Brennweite 80mm

    Winterdepression

    Es ist Winter, und so langsam sehnen wir uns nach dem Frühling. Es ist kalt, dunkel – und doch wagen sich die ersten Schneeglöckchen bereits aus der Erde. Das Bild entstand mit einem Vintage-Objektiv, leider weiß ich nicht mehr genau mit welchem. Aber es hatte eine sehr große Blendenöffnung und damit eine besonders geringe Tiefenschärfe. Das Besondere ist der Schleier, den dieses Objektiv in den unscharfen Bereichen erzeugt. Er legt sich über das Motiv und verstärkt dieses Gefühl von winterlicher Schwere – fast wie ein Hauch von Depression. Ich habe das Bild bewusst unterbelichtet

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    Belichtungszeit 1/1000

    Aus der Dunkelheit

    Auch dieses Bild wurde durch das Gemüse hindurch fotografiert. Das Gemüse im Vordergrund verdeckt Teile des Reihers, aber auch den Hintergrund. Da das Weiß des Reihers sehr stark strahlt, konnte ich das Bild deutlich unterbelichten. Beides zusammen führt dazu, dass der Reiher einerseits freigestellt wirkt und gleichzeitig leicht mit dem Vorder- und Hintergrund verschmilzt.

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    Blende F8, Belichtungszeit 1/1000s, 600mm

    Schwanentanz

    Eine der beliebtesten Methoden, um sich von der darstellenden Fotografie hin zur malerischen Bildsprache zu bewegen, ist die ICM-Methode (Intentional Camera Movement, also „beabsichtigte Kamerabewegung“). Dabei wird die Kamera während der Belichtung bewusst bewegt, um abstrakte und impressionistische Effekte zu erzielen. Um dies zu ermöglichen, verwendet man in der Regel längere Belichtungszeiten, die sich durch einen niedrigen ISO-Wert, eine geschlossene Blende oder den Einsatz von ND-Filtern erreichen lassen. Die Bewegungen können schwenkend, drehend oder leicht wackelnd sein und führen zu einer Verschmelzung oder Auflösung von Farben und Formen.

    Ein paar Worte noch zur Bildentwicklung:
    Ich fotografiere in einem speziellen Dateiformat, das deutlich mehr Bildinformationen speichert als normale Formate. Das macht es möglich – aber auch nötig –, die Bilder anschließend zu entwickeln und einige Anpassungen vorzunehmen. Dazu gehören unter anderem Weißabgleich, Kontrast, Belichtung und Farben. Jeder Fotograf hat dabei seinen eigenen Stil. Für die meisten gilt jedoch, dass nichts hinzugefügt oder entfernt wird.

    Bei renommierten Wettbewerben wird deshalb oft die originale Rohdatei angefordert und mit dem eingereichten Bild abgeglichen, um Manipulationen auszuschließen.

    Für dieses Bild habe ich lediglich den Kontrast erhöht und den Weißabgleich etwas kühler eingestellt.

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    Blende F2.8, Belichtungszeit 1/2s, Brennweite 80mm

    Pretty in Pink

    Schon seit einiger Zeit ziehe ich meine Inspiration aus den Arbeiten des jungen Fotografenteams Jan und Hermann von „Zeitweise“. Die beiden sprühen vor Kreativität und Freude an dem, was sie tun. Unter anderem geben sie Workshops unterschiedlichster Art – online, für einen Tag, ein Wochenende oder, wie in diesem Fall, für längere Zeit in der Carmague. Eine knappe Woche lang haben wir dort Flamingos fotografiert. Es sind unglaublich viele Bilder entstanden – und ebenso viele Freundschaften zu anderen Fotograf*innen, die ebenfalls diese Art der Fotografie verfolgen und bereit sind, hinter das eigentliche Motiv zu schauen. Immer häufiger üben wir an der ICM-Technik. Natürlich ist nicht jedes verwackelte Bild ein gutes Bild; im Gegenteil, man produziert enorm viel Ausschuss. Mit diesem Ergebnis war ich jedoch sehr zufrieden – und auch das Team, sowohl Jan und Hermann als auch die anderen Teilnehmenden, mochten das Bild bei der anschließenden Bildbesprechung.

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    Blende F20, Belichtungszeit 1/4s, Brennweite 200mm

    Drunter und Drüber

    Dieses Bild ist eine Doppelbelichtung, die direkt in der Kamera entstanden ist. Dafür müssen beide Aufnahmen unmittelbar nacheinander gemacht werden.
    Die erste Belichtung hatte eine längere Verschlusszeit, kombiniert mit einer senkrechten Kamerabewegung.
    Für die zweite Aufnahme habe ich mit geschlossener Blende fotografiert, um den Sonnenstern zu erzeugen, die Kamera aber bewusst ruhig gehalten, um wieder mehr Schärfe ins Bild zu bringen.

    Bei Doppelbelichtungen kann ich die genauen EXIF-Daten leider nicht mehr vollständig angeben, aber sprecht mich gern an. Die Kameraeinstellungen ergeben sich meistens logisch daraus, welchen Effekt man erzielen möchte.

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    Freude

    Und dann gibt es noch das Malen mit Licht. Kein Fotograf kann sich ihm entziehen. Egal, auf welche Art der Fotografie man sich spezialisiert, die tief stehende Sonne besitzt eine ganz eigene Magie, die jeden in ihren Bann zieht.

    Um die Strahlen der Sonne sichtbar zu machen, braucht es eine möglichst geschlossene Blende. Der schöne Nebeneffekt: Die große Tiefenschärfe erhöht die Chance, die Schwalbe im richtigen Moment scharf einzufangen.

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    Blende F22, Belichtungszeit 1/2000, Brennweite 55mm

    Mittsommersonne

    Das Motiv sind ganz gewöhnliche Kiefern an einem Ostseestrand. Die untergehende Sonne taucht die Bäume in ein warmes glühendes Rot und der Wald beginnt zu glühen. Noch mehr begeistert mich das Bild mit der bereits erwähnten ICM-Technik.. Diese Methode wird an Bäumen schon lange eingesetzt. Man bewegt die Kamera konsequent nur auf und ab . Die Formen lösen sich auf, alles reduziert sich auf Strukturund diese intensiven Farben. Der weiße Sand des Strandes, wirkt wie ein Nebel im Wald der Farben.

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    Blende F22, Belichtungszeit 1/5s Brennweite 55mm

    Kleine Große Welt


    Geh mal nah ran. Ganz nah. Und dann noch näher.
    Malen mit der Kamera bedeutet auch, Dinge sichtbar zu machen, die man sonst nicht wahrnimmt. Seht ihr das, was ich sehe? Manchmal braucht es Zeit, manchmal ganz genaues Hinsehen. Und manchmal erkenne ich selbst erst durch meine Technik, was sich im Motiv verbirgt.

    Für dieses Bild habe ich ein Makroobjektiv verwendet, dazu Zwischenringe zwischen Kamera und Objektiv, um noch näher heranzukommen – und ganz vorne schließlich eine Vorsatzlinse, eine Art Lupe. So wird aus etwas Kleinem eine eigene, faszinierende Welt.

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    Blende F20, Belichtungszeit 1/40, Brennweite 80mm

    Heideblüte

    Eine Doppelbelichtung – und doch besteht sie nur aus einer einzigen Aufnahme.
    Mit einer etwas längeren Belichtungszeit habe ich zunächst die Birke festgehalten. Danach habe ich die Kamera schnell auf die Heide geschwenkt und sie dort noch einen kurzen Moment ruhig gehalten. Durch diese Bewegung während der offenen Belichtung entsteht der Eindruck zweier überlagerter Motive.

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    Blende F20, Belichtungszeit 1,5s, Brennweite 55mm

    Monets Sonnenblumen

    Ja, die Bewegung der Kamera während der Belichtung ist für mich die beste Methode, Formen aufzulösen und nur eine Andeutung des Motivs stehen zu lassen. Es geht um einen Hauch, um Geschwindigkeit und um das Spiel mit dem Moment.

    Schon früher war ich ein großer Fan des Impressionismus – und natürlich war Monet mein Held. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Dass ich irgendwann versuchen würde, mit der Kamera dem Impressionismus nachzueifern, hätte ich früher allerdings nicht erwartet. Diese Möglichkeit fasziniert und überrascht mich immer wieder aufs Neue.

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    Blende F18 Belichtungszeit 1/30s Brennweite 55mm

    Swirl

    Die Umgebung scheint sich um das Motiv den Freuenschuh zu drehen. Auch das Bild ist wieder mit einem preiswerten manuellen Objektiv entstanden. Ein sogenanntes Lensbaby, ist ein 
    spezielles, experimentelles Objektiv, das eine kreative und selektive Schärfe- und Unschärfebereiche im Bild erzeugt, die mit normalen Objektiven nicht möglich sind. Auch diese Objektive arbeiten nicht mit der Kameraelektronik und müssen manuell eingestellt werden. Leider geben diese Objektive keine Blende oder Brennweite weitere, so das ich bei dem Bild nur noch die an der Kamera eingestellte Belichtungszeit abliefern kann.

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    Belichtungszeit 1/1000

    rasender Bär

    Natürlich möchte man in der Fotografie gute Bilder machen, und meistens zeichnet sich ein gutes Bild dadurch aus, dass das Motiv scharf dargestellt wird. Ich nutze jedoch immer häufiger Unschärfe als bewusstes Stilmittel. Mit zunehmender Dunkelheit hat man ohnehin kaum eine andere Wahl, als Kompromisse einzugehen. Wenn andere die Kamera bereits einpacken, nutze ich die Gelegenheit für das „Mitziehen“. Mit einer längeren Verschlusszeit bewegt man die Kamera möglichst in derselben Geschwindigkeit wie das Motiv. So bleibt das Motiv scharf, während der Hintergrund verschwimmt.

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    Blende F5,6, Belichtungszeit: 1/2s Brennweite: 312mm

    Blütentraum

    Wir bleiben im Frühling – eine andere Blume, eine andere Technik, eine ganz andere Stimmung. Dieses Bild ist ebenfalls eine Mehrfachbelichtung, ähnlich wie bei dem Baum, nur im viel kleineren Maßstab. Es besteht aus vier einzelnen Aufnahmen, die direkt in der Kamera nacheinander übereinandergelegt wurden.

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    Blende: F1,4 Belichtungszeit: 1/1000s; Brennweite 23mm

    Traumzauberbaum

    An diesem Baum kann man keine realistischen Strukturen erkennen – er wirkt fast wie gemalt. Das Bild entstand durch eine Mehrfachbelichtung aus sieben Aufnahmen. Nach jedem Bild habe ich mich in gleichbleibendem Abstand um den Baum herumbewegt und jeweils eine neue Aufnahme gemacht. Dabei habe ich lediglich darauf geachtet, dass sich der Stamm des Baumes immer überlagert und somit als Baum erkennbar bleibt.

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    Blende F7.1, Belichtungszeit 1/500s Brennweite 55m

    Alles im Fluss

    Manchmal ist alles, was man braucht, einfach Zeit. Zeit zum Abschalten, zum Kopf frei bekommen, zum Entspannen. Und genau in diesen Momenten – wenn man gar nicht vorhat zu fotografieren – tauchen die Motive plötzlich von selbst auf.

    In einem kleinen Heidebach wachsen diese Gräser, die in der Strömung mit dem Wasser ziehen. Durch die Bäume rund um den Bach fällt Sonnenlicht, das sich im Wasser spiegelt. Ich habe verschiedenste Belichtungszeiten und Techniken ausprobiert, doch dieses Ergebnis gefällt mir am besten. Hier habe ich die Kamera ruhig gehalten und mit einer etwas längeren Verschlusszeit gearbeitet.

    Von diesem Motiv hatte ich am Ende des Tages unzählige Aufnahmen – das Licht und die Schatten veränderten sich ständig.

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    Blende F22 Belichtungszeit 1/30s Brennweite 55mm

    Wilde Möhre

    Die wilde Möhre ist ein unglaublich dankbares Motiv. Ich habe unzählige Aufnahmen von ihr und jede ist anders. Unterschiedliche Perspektiven, mit oder ohne kleine Bewohner, in Bewegung, über- oder unterbelichtet.

    Auch diese Aufnahme entstand mit einer etwas längeren Belichtungszeit. Doch diesmal habe ich nicht die Kamera bewegt, sondern die Pflanze selbst während der Belichtung gedreht.

    Ich kann jedem Fotografen nur empfehlen, sich auf die wilde Möhre einzulassen und ihr Zeit zu schenken. Sie wirkt oft unscheinbar, ist aber erstaunlich fotogen und dazu ein echtes Paradies für Insekten.

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    Blende F22, Belichtungszeit 1/12s, Brennweite 80mm

    Sturm

    In den meisten Fällen habe ich die Kamera in die eine oder andere Richtung bewegt. Doch hier blieb die Kamera still und hat nur darauf gewartet, wie das Gras mit seiner eigenen Bewegung ein Bild malt. Ein Effekt, der an vielen Orten spannend wirken kann.

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    Blende F20, Belichtungszeit 1/30s, Brennweite 600mm

    Verschwommene Realität

    Was passiert hier? Lösen sich die Leitungen auf? Ein Traum?Auf einer Bootstour unter wolkigem Himmel sah ich zwei Krähen auf den Oberleitungen sitzen und mochte die stille Szene. Doch das Bild wurde noch viel spannender, als ich ihre Spiegelung im Wasser entdeckte – ein Motiv, das zu zerfließen und sich aufzulösen schien.

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    Blende F7.1, Belichtungszeit 1/40s Brennweite 140mm

    Schlafenszeit

    Um den Fokus auf den schlafenden Basstölpel mit seinen blauen Augenringen zu lenken habe ich das Bild stark überbelichtet. Das natürliche weiße Gefieder wird dadurch überstrahlt und man erkennt im Bild nur noch die nicht weißen Strukturen des Basstölpel

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    Blende F4, Belichtungszeit: 1/950, Brennweite 200mm

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